Gefiederte Meisterwerke: Warum diese Ausstellung alle nach Den Haag lockt
Im wohl bekanntesten Museum von Den Haag – der Mauritshuis-Galerie – wurde eine neue Ausstellung eröffnet, die sich einem einzigen Motiv widmet: den Vögeln. Kuratiert wurde sie vom britischen Kunsthistoriker Simon Schama.

Schama ist bekannt für seine lebendigen kulturhistorischen Erzählungen, unter anderem für die BBC. Auch in dieser Ausstellung verbindet er Kunst, Geschichte und Naturwissenschaft zu einer vielschichtigen Darstellung des Verhältnisses zwischen Mensch und Vogel.
Die Ausstellung vereint sehr unterschiedliche Werke und Epochen: von Leonardo da Vinci, Hans Holbein dem Jüngeren und Rembrandt bis zu Pablo Picasso, Henri Matisse, Constantin Brancusi und Tracey Emin.

Ergänzt wird die Schau durch Handschriften, Filme und Objekte aus naturkundlichen Sammlungen. So entsteht ein Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft, der gut zur niederländischen Tradition der Naturbeobachtung und Stilllebenmalerei passt.
Doch es geht nicht nur um Schönheit und Freiheit. Vögel erscheinen hier als Symbole, zum Beispiel für die Seele oder die Auferstehung, als Haustiere, als Nahrungsquelle oder als Trophäen. In der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts stehen sie häufig für Vergänglichkeit oder Wohlstand. Moderne Künstler nutzen sie hingegen als Zeichen für Bewegung, Sehnsucht oder politische Freiheit.

Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Ausstellung so besonders: Ein einziges Motiv verbindet Kunst, Naturforschung und Alltagsleben über Jahrhunderte hinweg.
Es handelt sich um eine kleine, aber äußerst feine Ausstellung, die von Kunstjournalisten bereits als Kunstereignis des Jahres in Den Haag gelobt wird.

Birds - curated by The Goldfinch & Simon Schama
Eintritt: 21 Euro, kostenlos für Kinder bis 18 Jahre und mit der niederländischen Museumskarte
Bis 7. Juni 2026
Mauritshuis Den Haag
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Deutschsprachige Stadtführungen in Den Haag mit Valentina Coquil
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